Aufgewachsen in Siebnen, trat er nach der Matura in Stans zuerst ins Priesterseminar Chur und zwei Jahre später in den Dominikanerorden ein; dort wurde er am 22. März 1958 zum Priester geweiht. Pater Reginald gehörte zu den Gründern der Mission der Schweizer Dominikaner in Bukavu, Kongo. Mit viel Einsatz setzte er sich vor allem für die Armen unter der lokalen Bevölkerung und den Flüchtlingen ein. Das brachte ihm viele Freundschaften mit so bekannten Persönlichkeiten wie dem UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld ein, aber auch viel Widerstand bei verschiedenen Autoritäten. Gegen seinen Willen musste er die Zelte in seinem geliebten Afrika wieder abbrechen. Nach einem auferlegten Exil begann er 1963 seine vielseitige seelsorgerische Tätigkeit in Zürich. In zwei Bereichen leistete er Pionierarbeit: Er half mit beim Aufbau am Zürcher Lehrlingsfoyer, und mit jungen Ehepaaren gründete er das katholische Eheseminar. Gerade in dieser wichtigen Zeit gehörte er zu den Vorreitern einer gelebten Ökumene. Bis zu seinem Tod hat er mit unzähligen Ehepaaren und ihren Familien eine innige Freundschaft gepflegt. Ab 1973 wirkte er als Spiritual bei den Ilanzer Dominikanerinnen. Hier entdeckte er unter anderem seine grosse Liebe zu Brasilien. So war es nicht ganz unerwartet, dass er 1988 beschloss, für seinen letzten Lebensabschnitt zu seinen Freunden in die Favela nach São Paulo zu ziehen. Doch seine Gesundheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung.
Zurück in der Schweiz, nahm er bei den Dominikanerinnen in Wil während acht Jahren die Aufgabe eines Spirituals wahr. Sein ganzes Leben war die Krankheit ein ständiger Begleiter. Notgedrungen musste er sich wieder nach Zürich zurückziehen, wo er in der Gemeinschaft an der Hottingerstrasse ein Zuhause fand. Aber auch hier empfing er bis zu seinem Lebensende fast täglich Besuche und verbrachte stundenlang am Telefon mit Anrufen aus der ganzen Welt. In all den Jahren durften wir Bruder Reginald als einen interessierten und ständig betenden Mitbruder schätzen lernen. Dafür sind wir Gott und ihm von Herzen dankbar; sein Vermächtnis an uns ist die grosse Liebe zu den Menschen und zum Gott des Lebens und der Freude.
P. Didier Boillat, Provinzprior P. René Aebischer, Prior und Konvent Die Brüder und Schwestern des Predigerordens Oskar Kessler, Bruder Nichten und Neffen Abschied und Auferstehhungsfeier am Donnerstag, 28. Juni 2007, 11.00 Uhr in der Kirche der Mission catholique de langue française, Hottingerstrasse 36, 8032 Zürich. Die Beerdigung erfolgt anschliessend im engen Kreis auf dem Friedhof des Dominikanerinnenklosters Maria Zuflucht in Weesen am Walensee.